Die Pressemappe





Hier findet ihr Zeitungsartikel über Veranstaltungen in und um die Jugendscheune. Sie stammen, wie darunter vermerkt, entweder ausunseren beiden Lokalzeitungen, der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ)und dem Ruppiner Anzeiger (RA) oder dem wöchentlich erscheinenden Märker.


Thema: Die Liedertour in der Jugendscheune

Musik in der Scheune - Gemütliche Atmosphäre:
Gut 60 Besucher kamen zum Lindower Songfestival
MAZ vom 30.6.03/Autor: Martin Starck

In bunten Buchstaben ist „Jugendscheune Lindow" am großen Eingangstor des Hofes zu lesen. Die Musik aus vier großen Lautsprecherboxen ist schon von weitem zu hören. Ska-Elemente, Rock und Pop locken die Fußgänger hinein. Fast alle fünf Minuten betreten zwei neue Gäste den Innenhof. Sie kommen zum Auftakt zum 13. Songfestival der Liedertour. Der fand diesmal in der Lindower Jugendscheune statt. Am Freitagabend schauten sich gut 60 Gäste die drei Bands an. Der Innenhof erinnert so gar nicht an eine Scheune, in der Stroh für den Winter gelagert wird oder Vieh lebt. Man fühlt sich eher wie in einer Discothek: Schwarzlicht und eine große Theke dominieren den Raum. Draußen sind derweil „Reiprich und Pötsch" zu hören. Die Band spielt in der Besetzung seit zwei Jahren und überzeugten das Publikum mit einer Mischung aus Rockund Popmusik. Der langhaarige Frontman Torsten singt die Texte ins Mikrofon, die in manchen Stücken von punkähnlichen Klängen begleitet werden. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass er nach Luft ringt, um kurz darauf die Texte wieder kraftvoll ins Mikrofon zu schmettern. Dem Publikum gefällt der Stil der Band. Eine Mischung aus komplett selbst geschriebenen Songs und aus Vertonungen von Texten großer Dichter und Philosophen wie Beispiel Rilke und Nietzsche. „Man trifft immer interessante Bands und hier in Lindow ist das Publikum für alles offen", findet Organisator Frank Oberhof, der selber Musik macht und bei „Reiprich und Pötsch" mitspielt. Seit 1991 existiert die Liedertour, die in diesem Jahr in 18 deutschen Städten ein Konzert geben wird. Mit einem Piano und einer Akustikgitarre schlugen die Brandenburger von „Revision" ruhigere Töne an. Mit Berliner Dialekt und natürlichem Charme gewinnt das Trio, das eigentlich ein Quartett ist, die Sympathie des Publikums. „Wir haben sonst noch eine Gitarre, aber der Steini musste heute leider arbeiten", bedauerte Sänger und Songschreiber Henry seinen Bandkollegen. Bei gemächlich eintretender Abenddämmerung hauchen. Henry und Jana die Texte ins Mikrofon. Janas zarte und helle Stimme steht konträr zu Henrys kraftvollem und lauten Gesang. In rötlichem Scheinwerferlicht präsentiert das Trio wunderschöne Liebeslieder. Angespornt von der guten Stimmung und dem Beifall des Publikums gibt es sogar eine Zugabe. „Weil das heute die Premiere is, hängen wir noch einen ran. Diesmal covern wir aber vom alten Mann", verkündet Henry. Es erklingt der Lieblingsmusiker von Jana: Bob Dylan. Den Abschluss des Abends besiegelte die Band ,Contact". Das Berliner Trio ging den Abend rockig an, so kamen auch die Fans der etwas härteren Gangart auf ihre Kosten.


Thema: Weihnachtssingen der Lindower JG


Singend von Haus zu Haus
Junge Christen auf Weihnachtstour
MAZ vom 17.12.2003/Autor: Stefan Noack

Eine der wichtigsten Weihnachtstraditionen ist in vielen Familien der gemeinschaftliche Kirchenbesuch. Auch in Lindow gehört er zum Fest dazu. Traurig nur, dass vor allem viele ältere Menschen am Heiligabend nicht mehr zum Gottesdienst kommen können. Oft liegt Schnee, es ist glatt und auch der Weg zur Kirche ist meistens sehr weit. Dabei sind es doch gerade sie, die sich besonders über ein Krippenspiel und Weihnachtslieder freuen. Schon seit einigen Jahren hat es sich deshalb die Junge Gemeinde zur Aufgabe gemacht, diese Leute in der Adventszeit zu besuchen und ihnen ein Ständchen zu singen. In der letzten Woche war es wieder einmal soweit. Gleich zweimal, am Montag und Donnerstag, machten sich die 12 jungen Christen, unter ihnen auch ich, auf den Weg. Begleitet wurden sie von Dirk Bock, Jugendwart und Katechet der Gemeinde. "Es ist einfach wichtig den Menschen zu zeigen, dass wir an sie denken." meinte Bock, der auch Organisator der Aktion ist. "Die Jugendlichen sind da immer mit vollem Einsatz dabei." Um die zwanzig Namen waren es in diesem Jahr, die auf den Listen standen. Bei einigen von ihnen blieb die Tür leider verschlossen, wohl aus Angst vor Einbrechen. Das war natürlich verständlich. Die jedoch, die öffneten, unter ihnen Familie Raabe, das älteste Ehepaar der Stadt, waren um so mehr über den Besuch erfreut. Sie hatten die Sänger schon erwartet und freuten sich auf einige besinnliche Minuten. Man scherzte, lachte und die Rentner stimmten sogar in die Weihnachtslieder der jungen Leute ein. Perfekt gesungen waren diese natürlich nicht, hatte es doch im vornherein kaum Zeit zum Proben gegeben. Darüber allerdings sahen alle gerne hinweg, schließlich zählte vor allem der Gedanke. Später gab es sowohl für die Jugendlichen als auch für die Älteren Geschenke. Kerzen, Süßigkeiten, Geld oder auch ein Gläschen Schnaps waren dabei keine Seltenheit. Am Ende verabschiedeten sich die Sänger mit dem Versprechen im nächsten Jahr wiederzukommen. Bis dahin wartet jedoch noch eine Menge Arbeit auf die Junge Gemeinde. Momentan wird für den Heiligabend ein Krippenspiel eingeübt, dass einer der Jugendlichen selbst verfasst hat. Dazu werden bereits seit Wochen unter der Leitung von Pfarrer Holger Baum Texte eingeübt und Kulissen zusammengestellt. Generalprobe ist am kommenden Dienstag. Weiterhin ist man mit einem Glühwein- und Bratwurststand, sowie einer Getränkebar in der Jugendscheune beim Lindower Weihnachtsmarkt am Sonnabend vertreten und wird bereits im Januar einen Jugendgottesdienst gestalten, zu dem alle Lindower herzlich eingeladen sind. Viel Arbeit also, die die Jugendlichen jetzt zum Jahreswechsel zu bewältigen haben.


Thema: Jugendgottesdienst in Lindow

Junge Christen beten anders
Lindow feiert Jugendgottesdienste
MAZ vom 28.01.04/Autor: Stefan Noack

Wer am vergangenem Sonntagvormittag am Lindower Gemeindehaus vorbeikam, hatte allen Grund sich zu wundern. Anstatt der üblichen Orgelmusik vernahm man den Rhythmus moderner Instrumente. "Findet hier wirklich ein Gottesdienst statt?" fragte sich da sicher so Mancher. Die Antwort: "Natürlich", doch diesmal ein Jugendgottesdienst, gestaltet von der Jungen Gemeinde. Schon zwei Wochen vorher hatten die Vorbereitungen dafür begonnen und ein kurzes aber eindrucksvolles Programm war entstanden. Besonderes Augenmerk hatten die Jugendlichen auf die Musik gelegt. Neben dem Grönemeyer-Lied "Viertel vor" und dem Lied zur Jahreslosung wurden weitere Lieder gesungen und mit Bass-Gitarre und Schlagzeug begleitet. Zusätzlich zu einer kleinen Meditation zum Thema Ewigkeit und den selbstgeschriebenen Fürbitten stand ein eigens eingeübtes Anspiel im Mittelpunkt. Thema war die Jahreslosung der Evangelischen Kirche für das Jahr 2004: "Himmel und Erde vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen." (Markus 13,31). Dazu schlüpften zwei der Jugendlichen in ganz ähnliche, bekannte Rollen. Einer spielte Hiob, eine biblische Figur, die von Gott und dem Teufel geprüft wurde. Er verlor seinen ganzen Besitz, hielt aber am Glauben fest und bekam so sein altes Leben zurück. Der andere Jugendliche mimte Hans im Glück, der auch alles verloren hatte, jedoch krampfhaft versuchte wieder erfolgreich zu sein und dabei die anderen wichtigen Dinge in seinem Leben übersah. Er vergaß die Liebe seiner Mutter und auch die Hilfsbereitschaft seiner Freunde. Nachdem beide sich ihre Geschichte zu einem kleinen Schattenspiel erzählt hatten unterhielten sie sich darüber, was wichtig im Leben sei. Am Ende gab es Applaus von der Gemeinde, die zahlreich erschienen war. Sie war von diesem Gottesdienst der etwas anderen Art begeistert. Auch die Jugendlichen waren zufrieden, ebenso Pfarrer Holger Baum und Katechet Dirk Bock. Sie hatten den Jungen Leuten während der Vorbereitung mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Am nächsten Sonntag findet im Lindower Gemeindehaus ein Kindergottesdienst statt. Weitere Jugendgottesdienste sollen jedoch wenn möglich, im Vierteljahresrhytmus folgen.


Thema: Jugendkreuzweg in Lindow


Auf den Spuren der Passion
Lindower Kirchen veranstalteten Jugendkreuzweg
MAZ vom 03.04.04/Autor: Stefan Noack

Die Leidensgeschichte Jesu ist momentan in aller Munde. Nicht nur, weil Ostern immer näherrückt, sondern vor allem durch den Film "Die Passion Christi". Auch die Lindower beschäftigen sich schon seit Jahren ausgiebig mit diesem Thema. Dazu veranstalten sie, wie auch einige andere Gemeinden, einen ökumenischen Jugendkreuzweg. Am vergangenem Freitag war es wieder soweit. Unter dem Thema "Enthüllungen" trafen sich über 60 Christen zur gemeinsamen Wanderung durch die Stadt. Darunter nicht nur Lindower, sondern auch Besucher aus dem Umland. Ausgangspunkt des Kreuzweges war wie immer die katholische Kirche. Nach einer musikalischen Einstimmung durch den Lindower Flötenkreis, wurde die Menge dort vom katholischen Pastor begrüßt. Es folgte das erste Anspiel des Abends, das Jesus Einzug in Jerusalem zeigte. Vorbild dafür, waren die Bilder von Herrmann Hiller, einem Münchener Künstler, der versucht hatte die Leidensgeschichte vor allem durch die Verwendung unterschiedlicher Kleider und Stoffe zu erzählen. Von der katholischen Kirche ging es nach einem kurzen Lied weiter in Richtung des Lindower Seniorenheimes und dann zur Gedenktafel des Todesmarsches am Platz der Einheit. Hier konnten die Kreuzwegler dem Saxophonspiel von Friederike Haehnel lauschen und wie an jeder Station wieder ein Anspiel und eine kleine Meditation genießen. Dem verhüllten Kreuz folgend, das die Jugendlichen abwechselnd trugen, begab sich die Menge weiter zum Marktplatz, dann zu den beiden Friedhöfen und zum Kriegerdenkmal. Begleitet wurden sie von den beiden Pfarrern und Kreisjugendwart Dirk Bock, die an den Stationen des Weges kurze Einführungen gaben. Gegen dreiviertel Neun war dann nach einem fast zweistündigen Marsch das Ziel erreicht: die evangelische Kirche. Nach einer weiteren Meditation wurde hier nun endlich das Kreuz enthüllt. Im Anschluss konnten die Anwesenden ihre Wünsche und Ängste auf kleine Stoffbahnen schreiben und dann an das Kreuz knoten. So sollten sie sich selbst, getreu dem Thema des Kreuzweges, "enthüllen". Auch wenn der Jugendkreuzweg in früheren Zeiten schon mehr Interessierte angelockt hatte, waren die Beteiligten zufrieden. Wie immer hatte man einen wunderbaren Abend zusammen verbracht, der auch noch mit schönstem Wetter belohnt wurde. Bei Tee, Kaffee und Schmalzbroten ließen dann alle diesen Abend ausklingen und freuten sich bereits auf das nächste Jahr. Eines steht schließlich fest, einen Kreuzweg wird es auch dann wieder geben.


Thema: Aufräumaktion auf dem Jüd. Friedhof


Den Maiglöckchen Licht gegeben
Mitglieder der Jungen Gemeinde entfernten Laub
und Abfall vom jüdischen Friedhof in Lindow
RA vom 13.05.04/Autorin: Beate Seifert

"Unser Hinweis hat offensichtlich etwas genutzt", freute sich der Lindower Gemeindepädagoge Dirk Bock. Bei ihrer Aufräumaktion auf dem Jüdischen Friedhof in Lindow fanden Bock und die Mitglieder der evangelischen Jungen Gemeinde am Dienstag so gut wie keinen Müll. "Vier leere Flaschen, insgesamt eine kleine Tüte Abfall - das ist wesentlich weniger als in den vergangenen Jahren", sagt Bock. Er zeigt auf das Schild am Eingang mit dem Aufruf, den Friedhof nicht zu verunreinigen. "Das haben wir im vergangenem Jahr angebracht", so Bock. Mit dem Einsammeln des Unrats war die Arbeit aber noch längst nicht getan. Die zehn Mitglieder der Jungen Gemeinde harkten Laub zusammen, sammelten abgebrochene Äste und rupften kleine Sträucher und Bäume aus dem Boden. "Das muss alles raus", so Bock. "Denn wenn die jungen Triebe nicht entfernt werden, wächst hier alles zu." Seit 18 Jahren kümmert sich die Junge Gemeinde um den 1824 angelegten Friedhof an der heutigen Harnackstraße. Zu den fleißigen Helfern, die in diesem Jahr bei der Aufräumaktion mitmachten, gehörte auch Stefan Noack. "Wir haben Verantwortung für die Geschichte, und deshalb mache ich hier mit", sagt der 16-Jährige. Zudem ist es für das Gemeindemitglied selbstverständlich, zu helfen. "Ich hätte ebenso mitgemacht, wenn dies kein jüdischer Friedhof wäre", sagt Franziska Mundt. Die Historie stand für sie bei der Aktion nicht im Vordergrund, sondern der Einsatz für eine gute Sache. Säckeweise sammelten die Jugendlichen das Laub von den knapp 40 Grabstätten und den Freiflächen. "Drei Stunden werden wir sicherlich damit beschäftigt sein", schätzte Bock. Doch bereits nach einer Stunde Arbeit war ein erster Erfolg sichtbar. Maiglöckchen, die vom Laub verborgen waren, kamen ans Licht. "Seit den 30er Jahren gibt es in Lindow keine jüdischen Mitbürger mehr", erzählt Bock. "Mitte der 80er Jahre hätte nicht mehr viel gefehlt, und der Friedhof wäre verschwunden", so Bock. Doch 1988 wurden im Zusammenhang mit dem 50. Jahrestag der Reichspogromnacht die alten Grabanlagen wieder kenntlich gemacht, die Ziegelmauer sowie das Eingangstor erneuert. "Hin und wieder kommen noch Hinterbliebene der hier Bestatteten und möchten die alten Grabstellen sehen", erzählt Bock.


Thema: Konzert in der Lindower Kirche


Freudiges Singen auf allen Plätzen
Der Gospelchor "Marvelous Prais" hatte
begeisterte Mitsänger in der Lindower Kirche
MAZ vom 17.05.04/Autor: Sebastian Treinies

Eines ist klar: Singen macht Freude. Das haben die Besucher der Lindower Stadtkirche an diesem Wochenende auf jeden Fall mitgenommen. Die Erkenntnis stammte vom Berliner Gospelchor "Marvelous Prais". Der gab sich am Sonnabend und Sonntag die Ehre in Lindow. Bunt gekleidet und gut gelaunt betraten die 23 Sängerinnen und Sänger die Bühne. Mit dem Titel "Somebody Is Knocking at Your Door" wurden die rund 160 Gäste begrüßt. Für Dirigentin Alicia Deichhardt war es nicht das erste Konzert in Lindow. Sie war schon im letzten Jahr mit ihrer Band zu Gast. Der Song "Freedom is a Coming" animierte die ersten Zuschauer zum Mitmachen und so wurde gesungen und getanzt. Das Mitwippen der Füße war in allen Reihen erkennbar. Diese gute Laune ging auch auf die zu spät Kommenden über. Die überwiegend zweistimmigen Titel wirkten kurzweilig. Durch die Begleitung mit dem E-Piano, Kongas und Soli wurde das Programm abwechslungsreich. Auch wenn der eine oder andere Sänger vereinzelt in die Noten schaute oder nicht ganz im Takt war, wurde die freudige Botschaft mehr als deutlich. Bei den Titeln "Peace Like a River" und "Give Him Glory" erreichte das Konzert seinen Höhepunkt. Klatschend und singend standen die Zuschauer in den Rängen was ihnen Applaus vom Chor einbrachte. "Sie sind wohl der heimliche Gospelchor von Lindow?", meinte Leiterin Alicia Deichhardt. Gabriele Hühning aus Lindow sah ihre Erwartungen voll erfüllt: "Ich singe selbst sehr gern und fand das Konzert einfach toll." Am Sonntag begleitete der Chor den Gottesdienst.


Thema: Die Liedertour in der Jugendscheune


Rock unter freiem Himmel
Liedertour machte Station
in der Lindower Jugendscheune
MAZ vom 21.06.04/Autor: Stefan Noack

Wer am Freitagabend die Lindower Hauptstrasse entlangfuhr, wird sich wohl über die rockige Musik gewundert haben, die aus Richtung des Gemeindehauses drang. Keine Angst, es war nicht der städtische Kirchenchor, der hier neue Stücke ausprobierte. Es waren die Solisten und Bands der Liedertour, die auch auf ihrer 14. Tournee wieder Station in der Lindower Jugendscheune machten. Mit dabei Künstler verschiedener Sparten, wie der Liedermacher Christian Trautmann aus Zwickau. Gleich zu Anfang stellte er klar: "Ich geb`s zu, ich bin aus Sachsen.". Das merkte man natürlich auch seiner Musik an. Immer wieder verfiel er ins Sächsische, das er dann sogar noch mit ein wenig Berliner Dialekt vermischte. Urkomisch wurde das, wenn er einen seiner lustigen Titel anstimmte. Als er den Song "Wo sind Opas Zähne wohl?" darbot, brachen die rund 45 Zuhörer in Begeisterung aus und auch seine Kollegen zollten ihm Respekt. Das Lachen des Publikums kommentierte er mit einem: "Alles noch fest?", das in Anbetracht des Gebisssuchenden Großvaters, für neues Gelächter sorgte. Neben weiteren Comedy-Songs gab Trautmann jedoch auch einige romantische und rockige Titel zum Besten, bevor er sich mit einem Schlaflied verabschiedete. Nach einer kleinen Umbaupause, in der sich die Gäste am Grill- und Getränkestand der Jungen Gemeinde versorgen konnten, blieb man dann gleich beim Sächsischen und präsentierte die Leipziger Band "The But". Auch sie sang Titel aus eigener Feder, im Gegensatz zu Trautmann jedoch in englischer Sprache. "Wir machen keine Popmusik.", gaben sie gleich am Beginn zu. "Dazu sind unsere Themen zu ungewöhnlich. Wer singt denn sonst schon über seine eigene Ehefrau?". Neben einer neuen Version ihres Liedes "Go away", das bereits beim RBB zu hören war brachten die Musiker mit ihren rauchigen Rockerstimmen den Song "Girl next door" dar - eine Premiere. Das Publikum belohnte das Dreierteam mit viel Applaus. Nach der Niederländerin Sarah van der Meer, die, begleitet von ihrem spanischen Gitarristen Fernando Otero, einige verträumte Lieder sang, wandte sich der Abend wieder dem Rock zu. Mit der Band von Toralf Pötsch, dem Urgestein der Liedertour, die einige Lieder zusammen mit Musiker Michael Günther spielte, begann die Stimmung nocheinmal zu kochen. Die Songs des Gitarristen Pötsch waren schließlich wie immer eines der Highlights des Abends. Trotz der rückläufigen Gästezahlen waren die Veranstalter zufrieden. Das Wetter hatte sich noch kurzfristig gebessert und so hatte dem angekündigten "Musikfestival fernab von Mainstream und Kommerz" zum Glück nichts im Wege gestanden. Es kam auch diesmal wieder ein einzigartiges Flair auf, das die Besucher in seinen Bann zog und auf die weiteren Veranstaltungen des Jahres in der Jugendscheune neugierig macht. Unter anderem wird es am 17. September ein Konzert der Gruppe Patchwork geben. Zu dieser und weiterer Veranstaltungen finden sie Informationen auf der neugestalteten Webseite der Jugendscheune: "www.Jugendscheune-Lindow.de".


Thema: Jugendgottesdienst in Lindow


Jugendliche gestalten Gottesdienste
Eine Taufe war der Höhepunkt
MAZ vom 19.10.04/Autor: Stefan Noack

Seit einigen Jahren finden in der Lindower Kirche Jugendgottesdienste statt. Gestaltet werden sie von der Jungen Gemeinde und dem Kreisjugendwart Dirk Bock, die zusammen immer wieder für Überraschungen sorgen. Am vergangenem Sonntag konnten sich die Lindower ein weiteres Mal von der Kreativität ihrer Jugend überzeugen. Bereits seit einigen Wochen hatten sich die Jugendlichen bei ihren wöchentlichen Treffen mit dem Thema "Behinderungen" auseinandergesetzt. Dieses Thema bildete nun in Form eines Anspiels den Kern des Gottesdienstes. Es war die Geschichte eines lahmen Mannes, den seine Freunde zu Jesus brachten. Dieser tat eines seiner vielen Wunder und erlöste ihn von seinem Leiden. Begleitet wurde das Anspiel von einem Predigtgespräch zwischen zwei Jugendlichen. Sie zeigten der Gemeinde, wie schwer das Leben eines kranken oder behinderten Menschen sein kann und wie hoffnungsvoll und lebensbejahend viele von ihnen doch auf ihre Zukunft schauen. Dazu dienten im weiteren Gottesdienstverlauf auch einige Einzelschicksale, die die Jugendlichen präsentierten. Unter ihnen das Schicksal des kürzlich verstorbenen Supermann-Darstellers Christopher Reeves und die Geschichte des kleinen Martin Voss. Martin, der Sonnenschein der Lindower Jungen Gemeinde, leidet zwar an einer Behinderung, ist aber eines der aktivsten Mitglieder. Keine Veranstaltung, bei der er nicht mit dabei ist, kein Tag, an dem er nicht stets lächelt und Scherze macht. "Eine Einstellung, die für uns alle ein Vorbild sein sollte.", meinten die Jugendlichen. Nicht umsonst hatten sie am Eingang der Kirche einen Spiegel aufgestellt, der die Besucher zu Beginn mit ihrem eigenen Abbild konfrontierte. "Viele Menschen jammern, wie schlecht es ihnen geht. Dabei geht es uns doch sehr gut, verglichen mit behinderten und kranken Menschen. Und gerade die, bei denen man das Jammern doch verstehen könnte, die bleiben stark und verlieren ihren Lebensmut nicht." Ein Lebensmut, dem natürlich auch selbstverständlich Musik gut tut, die wie immer ein fester Bestandteil der Andacht war. Selbstverständlich blieben da die kirchlichen Gesangsbücher in den Schränken, denn die Jugendlichen hatten ihre eigenen, moderneren Lieder mitgebracht. Auch wenn viele unbekannt waren, sangen selbst die älteren Gemeindemitglieder mit. Am Ende wurde dann noch eine Taufe gefeiert. Eigentlich ungewöhnlich für Jugendgottesdienste, da die modernen Andachten doch von vielen noch skeptisch beäugt werden. Doch die Lindowerin Peggy Arndt hatte sich das für ihre Tochter Charlotte Annemarie gewünscht. Die Jugendlichen und Dirk Bock begrüßten diese Entscheidung. "Schließlich sehen wir so auf wie viel Resonanz unsere Gottesdienste treffen. Darauf kann man schon stolz sein." Mit einem letzten meditativen Musikstück klang dann der Vormittag in der Lindower Kirche so aus, wie er begonnen hatte. Der Gemeinde schien es gefallen zu haben und so wird es wohl nicht lange dauern, bis die Junge Gemeinde erneut zum Gottesdienst einlädt. Auch dann wird dies sicher wieder zu einem besonderen Erlebnis werden.


Thema: Zeitzeugengespräch


Als die Nazis auch das Zufluchtsland besetzten
Die 81-jährige Gisela Jakobius berichtete am Donnerstag in Lindow,
wie sie als Jüdin mitten in Berlin das Dritte Reich überlebte
MAZ vom 06.11.04/Autor: Stefan Noack

Lange wird es sie nicht mehr geben: die Zeitzeugen des schwärzesten Kapitels deutscher Geschichte. Wer heute Schicksale aus der Zeit des Nazi-Regimes nachvollziehen möchte, hat dazu jedoch noch die Möglichkeit - eine Chance, die auch die Junge Gemeinde am Donnerstagabend nutzte. Mehr als 50 Besucher aller Altersgruppen waren gekommen, um vom Schicksal der Berliner Jüdin Gisela Jakobius zu erfahren. Die Begegnung hatte der Kreisjugendwart Dirk Bock organisiert. Schon im Vorfeld war ihm seine Begeisterung anzumerken: "Ich traf Frau Jakobius auf dem diesjährigen Landesjugendcamp und musste sie einfach einladen." Auch am Donnerstagabend konnte sich niemand dem Charme der sympathischen alten Dame entziehen. Erwartungsvolle Stille herrschte, als sie mit ihre Erzählung begann: Gisela Jakobius wurde 1923 in Berlin geboren. Nach der Reichspogromnacht 1938 unternahm ihre Familie unzählige Ausreiseversuche: "Am 9. Mai 1941 erhielten wir unsere Pässe, mit denen wir nach Luxemburg flüchten wollten. Man gab sie uns mit den Worten: 'Ihr wollt wohl zweimal ausreisen.' Einen Tag später fiel Hitlers Wehrmacht in Frankreich und den Benelux-Ländern ein. Da wussten wir, was gemeint war." Als dann die Ausreise unmöglich wurde, ging Gisela Jakobius in den Untergrund "Man suchte mich als Arbeitsdienstverweigerin. Schließlich wussten sie nicht, dass ich Jüdin war und so befragten sie die Nachbarn nach meinem Aufenthaltsort. Einige Kinder sagten mir später, die Männer hätten gefragt, ob ich auch artig sei. Nun, sie werden wohl eher 'arisch' gemeint haben." Vor der Gefahr einer Entdeckung flüchtend, gelangte Gisela Jakobius an den schwedischen Pfarrer Eric Perbel. Er besorgte schwedische Pässe, mit denen er einigen Juden zur Flucht verhelfen wollte. Ein Hoffnungsschimmer, doch leider vergebens. Perbel wurde verraten und starb, als die Nazis sein Flugzeug gezielt abschossen. "Ich fühle mich heute immer noch hilflos und schuldig", gestand Gisela Jakobius in Lindow. "Dieser Mann starb, weil er uns helfen wollte." Trotz aller Rückschläge überlebte Gisela Jakobius das Dritte Reich im Keller der schwedischen Kirche in Berlin. Nachdem die Russen sie von dort aus irrtümlich in ein Lager bei Moskau verschleppt hatten, kehrte sie nach Deutschland zurück. "Ich habe kein Problem damit, hier zu leben", antwortete sie auf eine Frage aus dem Publikum. Auch wenn die Angst vor Fanatikern und Rechtsextremen groß ist, sollte man sich nicht verstecken. Was damals geschah, spielte sich am helllichten Tag ab und viele müssen davon gewusst haben." Mit begeistertem Applaus für die 81-jährige endete ein Abend, an dem in Lindow ein Stück Geschichte lebendig wurde.



Angst durfte man nicht zeigen
Die Zeitzeugin Gisela Jacobius erzählte in der
Lindower Kulturscheune ihre Lebensgeschichte
RA vom 06.11.04/Autorin: Sabine Bebié

"Ich hoffe, dass ich laut genug spreche.", begann Gisela Jacobius, als sie sich am Donnerstagabend in der Jugendscheune vor ein erwartungsvolles Publikum setzte. Die Gäste interessierten sich für die Lebensgeschichte der Zeitzeugin, die Gemeindepädagoge Dirk Bock eingeladen hatte.

Bereits am Nachmittag hatte die rüstige alte Dame zu Schülern aus der fünften und sechsten Klasse gesprochen. Diese hörten über eine Stunde mucksmäuschenstill zu. Gisela Jacobius wurde am 2. November 1923 als Kind jüdischer Eltern in Berlin geboren und lebte mit Mutter und Stiefvater an der heutigen Heinrich-Heine-Straße. Sie erinnert sich, dass sie nach einem bis dato relativ unbeschwerten Leben am Tage nach der Reichskristallnacht auf der Straße über Glasscherben gehen musste. Auch das Ladenschild ihrer Eltern war in der Nacht beschmiert worden. "Das war ein spürbarer Einschnitt." Die Juden mussten nach und nach sämtliche Wertsachen abliefern, so auch Jacobius' Eltern. "Die bestialischen Ideen von Goebbels, Juden zu erniedrigen, waren unglaublich." Sie erzählte aber auch von Menschen, die sich nicht an die Anweisungen der Regierung halten wollten, Menschen die ihre Familie weiterhin besuchten, Menschen, die ihr heimlich Lebensmittelmarken schenkten und ihr die schwere Arbeit als Näherin erleichterten. Ihre Eltern versuchten mehrmals auszuwandern. Am 9.Mai 1940 erhielten sie die Pässe für Luxemburg. Einen Tag später marschierten die Deutschen in Frankreich und Luxemburg ein. Einem Jugendfreund aus dem jüdischen Kulturbund war die Auswanderung mit seiner Familie nach Montevideo (Uruguay) gelungen. 52 Jahre später trafen sich die beiden in Berlin per Zufall wieder. Die Stimmung im Publikum war ernst. Erschrocken waren die Zuschauer bei der Aufzählung all der Rechte, die den Juden während dieser Zeit entzogen worden waren. Packend war auch die Schilderung, wie die Familie im Untergrund das Kriegsende erwartete. Jacobius lebte ein ganzes Jahr als "arisches" Hausmädchen in der Nähe von Strausberg. Bei Erledigungen traf sie auch auf Polizisten. "Nur mit einem frechen Mundwerk konnte ich diesen Kerlen begegnen. Angst durfte man nicht zeigen." Als die Gestapo dann doch Wind davon bekam, konnte sie sich mit ihren Eltern im Kellergewölbe der schwedischen Kirche in Berlin verstecken und das Kriegsende abwarten. Wer dachte, mit dem Kriegsende hätte das Leiden der Familie Jacobius ein ende, täuscht sich gewaltig. Die Familie wurde aufgrund einer falschen Information nach Russland in ein Arbeitslager verschleppt und kam nur dank dem Lebenswillen und dem ungeschliffenen Mundwerk der Tochter einigermaßen heil aus der Sache heraus. Nach einer Irrfahrt über Brest-Litowsk gelangten die Jakobius' wieder nach Berlin. "Da waren wir nun, obschon wir da gar nicht mehr hinwollten!" Nach dem Tode ihrer Mutter wanderte Gisela mit ihrem Vater 1949 nach Israel aus, kehrte aber 1953 mit ihrem Lebenspartner nach Deutschland zurück. Geblieben ist ein Freund in Uruguay, der ihr regelmäßig Besuche in der alten Heimat abstattet, Kinder und Enkelkinder und eine ungebrochene Freude am Leben. Die vielen Zuhörer stellten relativ wenig fragen. Ein Herr wollte wissen, wie Jacobius heute in Deutschland lebe. "An wichtigen jüdischen Feiertagen fühle ich mich in der Synagoge schon unwohl", sagte sie. Wegen des großen Sicherheitsaufwandes. Beeindruckt von so viel Energie und Erzählkraft spendeten die zahlreichen Zuhörer reichlich Applaus.


Thema: Weihnachtsaktionen der Lindower JG


Die letzten Vorbereitungen
Jugendliche im Weihnachtsstress
MAZ vom 10.12.04/Autor: Stefan Noack

Alle Jahre wieder herrscht in der Lindower Jungen Gemeinde hektische Aktivität. Es geht auf die Weihnachtszeit zu und allerlei Vorbereitungen für Veranstaltungen müssen getroffen werden. Als erstes ist da natürlich der Lindower Weihnachtsmarkt, an dem die Jugendlichen in jedem Jahr teilnehmen. Bratwürste und Glühwein werden am Gemeindehaus verkauft und das, wie man in den letzten Jahren beobachten konnte, recht erfolgreich. Am Ende reichte das Grillgut meist kaum aus und auch der Glühweintopf war bis auf den letzten Tropfen geleert. Dem Weihnachtsmarkt folgt das traditionelle Weihnachtssingen, auf das sich die Jungen Christen immer etwa eine Woche vor dem heiligen Abend begeben. "Es ist einfach wichtig, den Menschen zu zeigen, dass wir an sie denken.", so Dirk Bock, Kreisjugendwart und ‚Leiter' der Jungen Gemeinde. "Die Jugendlichen sind da immer mit vollem Einsatz dabei." Und nicht nur der Jungen Gemeinde bringen diese Gesangstouren Spaß, sondern natürlich vor allem den älteren Leuten. "Die Lieder zaubern ein Lächeln in die Gesichter der alten Menschen. Viele beginnen mitzusingen oder hören einfach nur glücklich zu.", meinte einer der Jugendlichen dazu, der bereits in den letzten Jahren mitgesungen hat. Neben dem Einsatz für die eigene Gemeinde, muss auch an die Partnergemeinden gedacht werden. So zum Beispiel an den Ort Codlea in Rumänien, den die Jugendlichen im vergangenem Sommer besucht haben. Auch dort gibt es, wie in Lindow, eine Jugendscheune, die der Kirchenkreis Templin-Gransee unterstützt. Um den Jugendlichen von Codlea zum Weihnachtsfest eine Freude zu machen, haben sich die Mitglieder der Jungen Gemeinde entschlossen ihnen ein kleines ‚Westpaket' zu schicken. Bücher, CDs und allerlei Kleinigkeiten darin, sollen den Rumänen das Fest versüßen. Das große Highlight der Weihnachtszeit findet in Lindow allerdings erst am heiligen Abend statt. Wie bereits in den vergangenen 17 Jahren wird die Junge Gemeinde ein Krippenspiel aufführen. Schon seit Ende November wird daran geprobt und natürlich bringt das viel Arbeit mit sich. Kostüme müssen zusammengesucht werden, Text lernen ist unerlässlich und schließlich darf man auch das regelmäßige Proben nicht vergessen. Doch neben allem Stress macht die Vorbereitung selbstverständlich auch immer viel Spaß, schließlich ist das Krippenspiel für die Jugendlichen stets etwas besonderes, vor allem wenn, wie bereits im letzten Jahr, ein selbstverfasstes Stück aufgeführt werden soll. Alles in allem kann sich die Lindower Gemeinde also noch auf einige tolle Aktionen der Jugendlichen freuen und keine Angst: Auch nach Weihnachten wird es weitergehen. Wer sich weiter über die Aktivitäten der Jungen Gemeinde informieren möchte kann dies unter: "www.Jugendscheune-Lindow.de" tun.


Thema: Krippenspiel der JG

Zeitgemäße Botschaft
Stefan Noack schrieb neue
Rahmenhandlung fürs Krippenspiel
Märker vom 24.12.04/Autorin: Katrin Krüger

Wenn am heutigen Heiligabend um 17 Uhr die Glocken der evangelischen Kirche in Lindow zum Gottesdienst läuten, wird sicherlich der sakrale Barockbau bis auf den letzten Platz gefüllt sein. Neben den evangelischen Christen nehmen immer mehr junge und alte Konfessionslose Platz. Und sie kommen nicht allein deswegen, weil sie meinen, dass zum heiligen Abend auch der Gang in die Kirche gehört. Mütter und Väter mit ihren kleinen Kindern an den Händen kommen, um beim Krippenspiel der Weihnachtsgeschichte zu lauschen.

"Das ist zumindest so, seit ich in Lindow bin", sagt Dirk Bock. Er ist Kreisjugendwart und Katechet und trat seinen Dienst vor 17 Jahren in der 3-Seen-Stadt an. Seither führen Mitglieder der Jungen Gemeinde (JG) unter seiner Regie die Weihnachtsgeschichte als Krippenspiel auf. "Wir haben immer versucht, jedes Jahr eine andere Vorlage auszusuchen", sagt er. Zwar habe immer die Weihnachtsgeschichte im Mittelpunkt des Spiels gestanden und es sei lediglich die Rahmenhandlung verändert worden, doch irgendwann reichten die bis 100 Jahre alten Vorlagen dem Katecheten nicht mehr aus. "Die Ansprüche stiegen von Jahr zu Jahr. Auch ich war manchmal unzufrieden, dachte mir, diese Geschichte muss mit modernen Bildern und zeitgemäßer Sprache aufgeführt werden. Ich hoffte, dass somit noch mehr Lindower Zugang zur Religion und zum Glauben finden würden.", erklärt er. Da er nach eigenen Aussagen wenig kreativ ist, blieben seine Vorstellungen ein Wunsch. Bis vor zwei Jahren [vier Jahre - Anmerkung des Administrators] Stefan Noack nach der Konfirmation Mitglied der JG wurde. Der schreib-, sprach-, und spielbegabte junge Mann machte sich auf Anregung des Katecheten Gedanken, was man besser machen könnte. Was am Ende vorm Altar zur Aufführung kam, wurde von der Kirchengemeinde mit Applaus honoriert, was in einem Gotteshaus durchaus ungewöhnlich ist. Am heutigen Abend will die JG die Kirchenbesucher traditionell auf die Reise ins gelobte Land mitnehmen. Das "Drehbuch" stammt wiederum aus der Feder des 17-Jährigen. Erneut hat Stefan die Rahmenhandlung in die heutige Zeit transportiert, [Nein !!! - Anmerkung des Administrators] stellt Personen in den Mittelpunkt, die in der Weihnachtsgeschichte gar nicht oder nur am Rand erwähnt werden. Er schafft damit einen anderen Blickwinkel auf die Botschaft, die mit der Weihnachtsgeschichte die Menschen auch zweitausend Jahre nach der Geburt Christi erreichen soll.

Das diesjährige Krippenspiel lebt von einer Rückblende. Ein unwissendes junges Mädchen, in dessen Rolle Tabea Schulz [Schulze - Anmerkung des Administrators] schlüpft, hört von der Kreuzigung Jesu Christis und eilt mit dieser Nachricht zu ihrem alten Vater. Er ist erschüttert und klärt seine Tochter auf, in dem er ihr die Geschichte ab der geburt des Heilands erzählt. Mit dramaturgischen Szenen bebildern die übrigen JG-Mitglieder das Erzählte. Als seine Freunde ihren Hobbys in den Sommerferien nachgingen, saß Stefan Noack vor einem weißen Blatt Papier und versuchte, die Weihnachtsgeschichte modern zu verpacken. Eine Idee hatte er sich bereits im Kopf zurechtgelegt. Doch um ein Drehbuch zu schreiben, nach dem 14 Jugendliche arbeiten sollen, braucht es mehr. Vor allem Lust, Engagement und Wissen um den christlichen Glauben. Das alles bescheinigt ihm Katechet Dirk Bock. "Auf Stefan ist hundertprozentig Verlass." [...]

Bis spät in die Nacht wurde in dieser Woche geprobt. Schließlich soll am heutigen Abend alles klappen. Stefan selbst wird die Rolle des alten Vaters übernehmen und Dirk Bock bleiben die Aufgaben des Regisseurs oder des Souffleurs. [...]


Thema: Aktionen der Lindower JG


"Solange mich die Jugend will"
Gemeindepädagoge Dirk Bock erlebt
Kinder- und Jugendarbeit in der Kirche als tolles Gefühl
RA vom 03.03.05/Autor: Reinhard Düsterhöft


Die wöchentliche Begegnung der Jungen Gemeinde wird diesmal nicht stattfinden. "Wir fahren mit den Jugendlichen am Freitag zu einem Treffen der Jungen Gemeinden nach Templin", sagte Gemeindepädagoge Dirk Bock. In der Uckermärkischen Stadt treffen sich die Jungen Gemeinden des Kirchenkreises Templin/Gransee, dem auch die Drei-Seen-Stadt Lindow angehört. Drei solcher Treffen, bei denen die Jungen Christen einander kennen lernen, wird es laut Bock in diesem Jahr geben. Templin macht den Anfang; Zehdenick und Lindow werden folgen. Die Lindower werden dabei auch über die wichtigsten Vorhaben dieses Jahres berichten. Drei Veranstaltungen stehen dabei für Bock im Vordergrund. Es sind der ökumenische Kreuzweg, der Todesmarsch und der Jugendbesuch der rumänischen Partnergemeinde aus Codlea. Der Kreuzweg, der seit 1987 jeweils am Freitag vor dem Karfreitag stattfindet, wird über sieben Stationen führen. Er beginnt an der katholischen Kirche, führt dann an der Klosterruine und dem Todesmarsch-Gedenkstein vorbei zum Lindower Markt. Weitere Stationen sind der jüdische Friedhof und das Kriegerdenkmal. Er endet an der Evangelischen Kirche. Es gab Zeiten, da zählte der Kreuzweg der Jugend in Lindow über 200 Teilnehmer. Im vorigen Jahr kamen noch rund 80 Christen. "Leider fühlt sich die christliche Gemeinde nicht genügend angesprochen. Viele sehen den Kreuzweg als Sache der Jugend", meint Bock. Die Junge Gemeinde lade dazu ein, es betreffe aber die gesamte Gemeinde. Beim Jugendkreuzweg zeigten junge Christen ihre Sicht auf die Gegenwart; würden aktuelle Probleme angesprochen, die zur Auseinandersetzung herausfordern. In diesem Jahr werden beispielsweise der Krieg im Irak und die Vernachlässigung des afrikanischen Kontinents durch die Weltpolitik thematisiert werden. Eine besondere Rolle wird in diesem Jahr auch das Gedenken an den Todesmarsch der Häftlinge aus den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück im April 1945 spielen, der sich 2005 zum 60. mal jährt. Dieser Leidenszug führte auch durch die Region um Lindow. Junge Christen planen daher einen Marsch von Lindow nach Rheinsberg, der an die schrecklichen Ereignisse erinnern soll. Zu den Einzelheiten wollte Bock noch nichts sagen, da die Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen sind. Doch sei ein Anliegen dieser Gedenkveranstaltung, namenlose Opfer des Nazi-Terrors dem Vergessen zu entreißen. "Wir werden unterwegs an einigen Stationen des Todesmarsches die Namen von Häftlingen aufrufen und über ihre Herkunft und - soweit bekannt - über ihr weiteres Schicksal berichten", sagte Bock. Zu den Höhepunkten im Leben der Jungen Gemeinde wird auch der einwöchige Besuch der Jugendlichen aus Codlea gehören. Das Programm für die Jungen Christen aus Rumänien hat der Gemeindepädagoge bereits ausgearbeitet. Es wird mit den rumänischen Gästen eine Rundfahrt durch den Kirchenkreis geben, Begegnungen mit Mitgliedern der Jungen Gemeinde in Zehdenick gehören ebenso zum Programm, wie die Teilnahme am Johannesfeuer in Löwenberg. Ein gemeinsamer Jugendgottesdienst soll in Lindow oder Gransee stattfinden. "Da unsere Gäste Deutschstämmige aus Siebenbürgen sind, haben wir keine Verständigungsschwierigkeiten.", freut sich der Gemeindepädagoge. Noch nicht geklärt ist allerdings die Unterbringung der Besucher bei Lindower Familien. Ein erster Aufruf, Quartiere bereit zu stellen, brachte bislang noch keinen Erfolg. [Weil es keinen gab. Die Unterbringung der Jugendlichen wurde gänzlich anders geregelt. - Anmerkung des Administrators] Bock gibt zu, dass es für ihn als 42-Jährigen nicht immer ganz einfach ist, den Draht zu den Jugendlichen zu finden. "Die Musik, die jetzt bei den Mädchen und Jungen gefragt ist, entspricht beispielsweise nicht immer meinem Geschmack", räumt er ein. "Doch solange die Jugendlichen mich wollen, werde ich diese Arbeit leisten", stellt er fest. Es sei ein "tolles Gefühl", Heranwachsenden zu vermitteln, dass "Kirche was wert ist". Unterstützung erfährt der Gemeindepädagoge von fünf jungen Müttern, die sich regelmäßig mit ihm treffen. "Wir bereiten gemeinsam die Kinder und Familiengottesdienste vor. Und die Frauen beweisen ihr Geschick beim basteln und stecken voller Ideen", berichtet Bock.


Thema: Jugendkreuzweg in Lindow


Ein Kreuzweg mit Hindernissen
Jugendgruppen gestalteten gemeinsame Andacht
MAZ vom 24.03.05/Autor: Stefan Noack

In vielen Städten der Bundesrepublik machten sich am vergangenen Freitag Junge Christen zum ökumenischen Jugendkreuzweg auf. Auch in der kleinen Drei-Seen-Stadt Lindow hat dieser Gedenkmarsch für die Leidenszeit Christi Tradition. In den vergangenen Jahren waren die Teilnehmerzahlen jedoch ohne erkennbaren Grund zurückgegangen. Deshalb hatten sich die Lindower in diesem Jahr entschlossen auch Jugendliche aus anderen Gemeinden dazu aufzurufen, sich an der Gestaltung des Kreuzweges zu beteiligen. Neben den Jungen Gemeinden aus Gransee und Grüneberg waren Pfarrerin Beate Wolf (Menz) und Pfarrer Ullrich Baller (Herzberg) mit ihren Jugendgruppen der Einladung gefolgt. Leider war das Wetter den Lindowern und ihren Besuchern an diesem Abend nicht gut gesonnen, so dass der Lindower Kreuzweg, kurzerhand zu einer Andacht in der katholischen Kirche der Stadt umfunktioniert wurde. Über 60 Jugendliche und Erwachsene drängten sich in dem kleinen Gotteshaus, in Anbetracht der zur Zeit herrschenden Grippewelle eine recht akzeptable Zahl. Begrüßt wurden sie von der Katholischen Jugend der Stadt, die eine interessante Einführung in das Thema des diesjährigen Jugendkreuzweges ("Das Kreuz vor Augen") gab. Begleitet von meditativer Musik präsentierten die Jugendlichen ein Bild aus der Leidensgeschichte Christi. Wie auch alle anderen Bilder, die im Verlauf der Andacht gezeigt wurden, stammte es von Ruud Bartlema, einem niederländischen Theologen. Der Künstler hatte die eindrucksvollen Motive 1988 auf Zeitungspapier festgehalten, so dass unter den Bildern immer noch einzelne Artikel sichtbar blieben. "Ich bin von den Darstellungen wirklich beeindruckt." , äußerte sich auch Dirk Bock im Vorfeld. Am Kreuzweg selbst konnte der Lindower Gemeindepädagoge aufgrund einer schweren Grippe leider nicht teilnehmen. Neben den Bildern, zahlreichen Musikstücken, meditativen Texten und Gebeten wurden auch immer wieder Nachrichtenmeldungen vorgelesen. "Wie die durchscheinenden Artikel in den Bildern des Kreuzwegs stehen die Nachrichten für all das Leid, das wir täglich in der Welt erleben.", meinte einer der Jugendlichen. "Ähnliche Leiden musste auch Jesus durchstehen, doch er gab nicht auf. Das sollte uns ein Vorbild sein." Die Jungen Christen wollten durch ihren Kreuzweg vor allem die Hoffnung der Menschen wecken. So unter anderem die Junge Gemeinde aus Menz, die in zwei Anspielen zeigte, wie die Welt durch gegenseitige Hilfe und Respekt ein wenig besser werden kann. Eines ihrer Stücke handelte von einer Mutter, die ihren klügeren Sohn mit Lob und Geschenken überhäufte, während ihr anderer, dummer Sohn leer ausging. Der klügere Sohn wies daraufhin alle Belohnungen zurück und meinte er würde lieber seinem Bruder beim Lernen helfen, so dass auch er sich irgendwann Geschenke verdienen könne. Zum Ende des Kreuzweges luden die Lindower dann noch zu Kaffee, Tee und Schmalzbroten in die Jugendscheune ein. Auch wenn der diesjährige Kreuzweg nicht ganz so verlief, wie die Lindower es sich vorgestellt hatten, ein interessantes Erlebnis war er allemal.


Thema: Gedenken an den Todesmarsch


Opfern ein Gesicht geben
Todesmarsch führte vor 60 Jahren
auch durch die Stadt der drei Seen
Märker vom 23.04.05/Autorin: Katrin Krüger

"Gegen das Vergessen - für Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit", mit diesen Worten will am heutigen Sonnabend die Lindower evangelische Kirchengemeinde an den Marsch eines KZ-Häftlingsblocks von Sachsenhausen durch die Kleinstadt erinnern. Gleichzeitig wollen die Christen den Gedenkmarsch zum Anlass nehmen, um deutlich zu machen, dass auch die Gegenwart Anlass zur Sorge gibt. Denn immer noch erleben Ausländer in Deutschland wegen ihrer Herkunft oder ihrer Hautfarbe sowie Andersdenkende wegen ihrer ideologischen Weltanschauung rassistische Übergriffe. Darüber hinaus besteht auch Grund zur Sorge, weil Parteien wie DVU und NPD immer mehr Stimmen auch der Brandenburger Wähler bekommen, warnt Manfred Wunnicke und zitiert aus Brechts Kriegsfibel: "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch." Der Pfarrer im Ruhestand hat in Aufzeichnungen, die beispielsweise in der Gedenkstätte Belower Wald archiviert sind, recherchiert. Dabei hat er allerhand Wissenswertes und viele Einzelheiten über den Marsch der Häftlinge durch Lindow in Erfahrung bringen können. Teilweise sind die Kriegs- und Nachkriegsaufzeichnungen durch Aussagen von Zeitzeugen belegt. Die Teilnehmer des Gedenkmarsches werden sich um 14 Uhr an der Stadtkirche sammeln. Nach einer kurzen Andacht sollen sie zum Gedenkstein auf dem Friedhof gehen, der an den Mord an sechs Häftlingen, die im Scheunenviertel erschossen worden waren, erinnert. Hier soll ein Auszug aus dem Bericht eines Häftlings verlesen werden, der den Todesmarsch miterlebte. "Mit der authentischen Schilderung wollen wir den Opfern ein Gesicht geben, sie der Anonymität entreißen", betont Wunnicke. Die nächste Station auf dem Gedenkmarsch wird die Gedenktafel am Platz der Einheit sein. Die Teilnehmer wollen dort gegen 15 Uhr ankommen. Dann führt der Gedenkmarsch über Klosterheide nach Dierberg. Dort beginnt um 17:30 Uhr ein Gottesdienst. Die Predigt hält Pfarrerin Hannelore Roselt. Die Organisatoren des Gedenkmarsches setzen einen Kleinbus und andere Pkw ein. Sie sollen die Teilnehmer nach dem Dierberger Gottesdienst zurück nach Lindow fahren, kündigte Wunnicke an.

[...] Angehörige der Jungen Gemeinde, viele von ihnen haben vor zwei Jahren im Konzentrationslager Buchenwald einen anspruchsvollen und ausgezeichneten Dokumentarfilm gedreht, gestalten die heutige Gedenkfeier, die um 14 Uhr in der Kirche beginnt. Auf seinen Erinnerungen aufbauend hat beispielsweise Stefan Noack das in eine kleine Geschichte verpackt, was ihn bewegt. Jene Zeilen wird er heute vorlesen. Die Andacht in der Kirche hält Pfarrer Manfred Wunnicke. [...]



Für Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit
Lindower gedachten der Opfer des Todesmarsches
MAZ vom 25.04.05/Autor: Stefan Noack

Zeitzeugen sagen, es war ein kalter, regnerischer Tag, als im Jahre 1945 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen durch die Straßen der Drei Seen Stadt Lindow getrieben wurden. Am vergangenem Samstag jährte sich dieser Todesmarsch zum 60. Mal. Zu diesem Anlass waren wieder Menschen auf den selben Straßen unterwegs - diesmal um den Opfern von damals zu gedenken. Getroffen hatten sie sich an der Evangelischen Kirche, in der Manfred Wunnicke in einer kleinen Andacht von den Hintergründen und Schicksalen des Todesmarsches berichtete. Der pensionierte Pfarrer und Initiator des Gedenklaufes wollte so "den Opfern ein Gesicht geben und sie der Anonymität entreißen." In einer kleinen Predigt zog er Parallelen zum Leidensweg Christi und der Botschaft der Bibel. "Ich möchte nicht missionieren, doch ob Juden oder Christen, sie alle fanden gerade in diesen schweren Zeiten Kraft durch den Glauben." "Nahe der Gedenkstätte des Todesmarsches in Below fand ich an einem Baum ein Wort, das in kyrillischer Schrift in die Rinde geritzt worden war. Sicher von einem Häftling geschrieben, stand dort ganz schlicht ‚Gott'.", erzählte Wunnicke. Nach der Andacht begaben sich die rund 50 Teilnehmer des Zuges zum Friedhof der Stadt. An einem Gedenkstein für die in Lindow ermordeten Häftlinge lasen Pfarrer Holger Baum und einige Jugendliche Texte vor und erzählten von Häftlingsschicksalen. Während im Anschluss der Lindower Flötenkreis spielte, wurden Blumen niedergelegt und es ging weiter in Richtung Platz der Einheit. Dort wartete bereits Bürgermeister Dieter Eipel am Gedenkstein des Todesmarsches. Auch er war gekommen um Anteil zu nehmen und zumindest an dieser Station des Weges dabei zu sein. Am Gedenkstein berichtete Gemeindepädagoge Dirk Bock von einer Zeitzeugin, die 1945 am heutigen Plusmarkt wohnte. Dort standen zu damals Scheunen, um die herum viele Gefangene eingepfercht waren. "Einige von ihnen gerieten in Panik, als die Wachen kamen und flüchteten auf die Bäume und auf unseren Hof.", erinnerte sich die ältere Dame. "In der Jungen Gemeinde haben ich mit den Jugendlichen darüber gesprochen. Einige von ihnen waren ja bereits in mehreren ehemaligen Konzentrationslagern. Ich bat sie ihre Empfindungen niederzuschreiben." Einer der dabei entstandenen Texte wurde daraufhin verlesen, bevor Bock die Anwesenden belehrte. "Nun folgt der schwierige Teil. Da die Polizei uns keine Begleitung gestellt hat, müssen wir allein die Straße entlang. Also seien sie vorsichtig." Flankiert von einigen Verantwortlichen mit Signalwesten und Pfarrer Baum, der mit seinem Auto den Zug begleitete, ging es weiter Richtung Klosterheide. Die letzte Strecke nach Dierberg war am gefährlichsten, doch nach insgesamt drei Stunden Fußmarsch kamen die Lindower auch dort heil an. Nach einer kleinen Pause fand in der Dierberger Kirche ein Abschlussgottesdienst statt. Geleitet wurde er von Hannelore Roselt, Pfarrerin des Ortes. Auch sie betonte noch einmal wie wichtig das Motto des Laufes "Gegen das Vergessen - für Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit ist". Wie Manfred Wunnicke meinte, kann man in einer Zeit des steigenden Rechtsextremismus darauf noch weniger verzichten als jemals zuvor. "Da sind Besonnenheit und Vertrauen gefragt." Schließlich gibt es Vorbilder, wie den Theologen Dietrich Bonhoeffer, der selbst Widerstand leistete und dafür Anfang April 1945 hingerichtet wurde. In einem bekannten Gedicht, dass er während seiner Haft schrieb, heißt es. "Von guten Mächten wunderbar geborgen [...] erwarten wir getrost was kommen mag." Diese Worte spendeten damals Mut und sie tun es auch noch heute. So endete ein Nachmittag voller voller erschreckender, aber lohnender Einblicke, in eine Zeit, die nie wiederkehren darf.


Thema: Die Liedertour in der Jugendscheune

Eine bunte Mischung
Die Liedertour zu Besuch in Lindow
MAZ vom 13.08.05/Autor: Stefan Noack

Die Lindower Kirchengemeinde ist bekannt für ihre musikalischen Leckerbissen. Nicht nur die Sommermusiken in der Stadtkirche zählen dazu, sondern auch die Konzerte in der Jugendscheune. Eine feste Größe ist dabei die Liedertour, die seit ihrer Gründung vor fast 15 Jahren schon viele Male Station in der Drei-Seen-Stadt gemacht hat. „Die Resonanz war immer erstaunlich gut.“, meint Katechet Dirk Bock, „Deshalb haben wir die Musiker auch in diesem Jahr wieder eingeladen.“ Heute um 20 Uhr wird das Konzert auf dem Hof des Lindower Gemeindehauses beginnen. Zu Gast sind fünf Künstler, die ihre unterschiedlichen Titel zu einem bunten Programm vereinen. „Da ist man jedes Mal erneut überrascht.“, gibt Dirk Bock begeistert zu. Auch für die Musiker ist der gemeinsame Auftritt stets eine neue Erfahrung, denn sie geben die Konzerte in unterschiedlichen Besetzungen. Nach dem Konzept der Liedertour sollen dadurch die unterschiedlichen Charaktere der Interpreten deutlich werden, die natürlich auch in ihren Texten zum Tragen kommen. In Lindow werden der Musiker Wolfgang Vallentin, Alexander Schmeisser und die Bands Bildetbanden und 50Hertz spielen. Bildetbanden ist eine Rock- und Punkgruppe, die in ihren Liedern Texte von Kurt Tucholsky, Thomas Brasch und eigene Werke musikalisch umsetzt. 50Hertz ist das neue Rockprojekt von Thoralf Pötsch, einem Liedertour-Mitglied der ersten Stunde. Er und seine Band spielen zusammen mit dem Musiker Michael Günther, den die Lindower bereits von früheren Auftritten in der Drei-Seen-Stadt kennen. Neben dem Konzert am Abend soll es auch wieder ein Kinderprogramm geben, das um 15 Uhr beginnt. Die Kleinen können sich auf Alexander Schmeisser freuen. Der 31jährige, der bereits mit 14 Jahren seine Liebe zur Gitarre entdeckte, schafft es stets mit seinen spaßigen und spannenden Liedern Kleine und Große zum Mitmachen zu animieren. Am Abend wird er dann die Kinderlieder gegen sein rockiges Repertoire austauschen und so sicher auch zum Mitsingen oder Mittanzen verleiten. Alle Gäste, die dann vom vielen Trubel hungrig sein sollten, können sich am Imbiss- und Getränkestand der Jungen Gemeinde ausgiebig versorgen. „Wer also gute Musik mag und einen schönen Abend verbringen möchte“, meint Dirk Bock einladend, „sollte unbedingt bei uns vorbeischauen.“


Thema: Jugendgottesdienst in Lindow

Und noch einmal Dietrich Bonhoeffer
Jugendliche auf den Spuren des großen Theologen
MAZ vom 06.02.06/Autor: Stefan Noack

Nicht nur die Herzberger erinnerten am vergangenen Wochenende an Dietrich Bonhoeffer, auch die Junge Gemeinde in Lindow hatte einen Gottesdienst zu Ehren des Theologen vorbereitet. Dabei stand jedoch nicht Bonhoeffers Werk im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Botschaft seiner Worte und ihre Bedeutung für die heutige Zeit. „Feigheit überwinden“ lautete das Motto des Gottesdienstes, den die Jugendlichen am Sonntag mit ihrer Gemeinde feierten. „Seit etwa vier Wochen laufen die Vorbereitungen.“, erzählte Gemeindepädagoge Dirk Bock im Vorfeld. Dabei hatten die Jungen Christen viel Arbeit zu leisten. Ein Plakat wurde entworfen, drei Filmsequenzen mussten gedreht, überspielt und zusammengeschnitten werden. Nicht zu reden natürlich vom Anspiel und den zahlreichen selbst geschriebenen Texten, deren Vorbereitung auch viel Zeit in Anspruch genommen hatte. „Das Ganze ist ja gleich im doppelten Sinne für eine gute Sache.“, fand der 19jährige Fabian Rindler. Seine Aufgabe war es am Sonntag den Gottesdienst zu filmen. „Wir wollen heute nämlich nicht nur der Gemeinde eine Freude machen. Unser Gottesdienst ist Teil eines Projektes über Dietrich Bonhoeffer, das wir für einen Wettbewerb vorbereiten.“ Doch Projekt hin oder her, zuerst einmal wollten die Lindower Jugendlichen ihren Mitbürgern von Bonhoeffer erzählen. „Das ist eine wichtige Aufgabe“, waren sich alle sicher. Der Gottesdienst begann mit einem einstimmenden Lied. Nach der Begrüßung folgte ein kurzer Überblick über Bonhoeffers Leben. „Wichtig war uns vor allem zu zeigen wie Bonhoeffer trotz seiner langen Haft den Mut nie verloren hat.“ Das verdeutlichten die Jugendlichen mit dem Gedicht ‚Wer bin ich’. Es wurde zweimal in verschieden Stimmungslagen vorgelesen, begleitet von einem Videofilm in dem sich von Gedicht zu Gedicht einige Details veränderten. „Das Ganze wirkt am Ende viel positiver als am Anfang und zeigt wie sich unser Blick auf die Welt durch Bonhoeffer verändert hat.“, meinte Dirk Bock dazu. Nach dem bereits erwähnten Anspiel zum Thema Zivilcourage diskutierten er und einer der Jugendlichen was Bonhoeffers Widerstand mit unserem eigenen Einsatz für andere zu tun hat. Dabei wurden viele Parallelen deutlich. Das zahlreiche Menschen hier bei uns aber auch in der Geschichte Bonhoeffer ähnlich sind zeigte die Junge Gemeinde in „Menschen wie Bonhoeffer“. Hier stellten die Jugendlichen unter anderem Persönlichkeiten wie Mahatma Ghandi und Nelson Mandela vor. Die Lindower Gemeinde lauschte interessiert, musste aber von Zeit zu Zeit mitmachen. Nicht nur bei den Liedern, sondern auch in einer Fragerunde. „Was bedeutet ihnen persönlich Bonhoeffers Botschaft?“, wollte die 19jährige Tabea Schulze von den die Anwesenden wissen. Antworten gab es viele. Am Ende waren sowohl die Jugendlichen als auch die Lindower Gemeindemitglieder zufrieden und gingen mit wertvollen Eindrücken nach Hause. Einer davon: Das Lied „Von guten Mächten“, das so mancher noch bis an seine Haustür pfiff.


Thema: Jugendkreuzweg in Lindow

Rosen als Symbol der Hoffnung
Regionaler Jugendkreuzweg in Lindow
MAZ vom 10.04.06/Autor: Stefan Noack

Nicht einmal das schlechte Wetter konnte am vergangenen Freitag die Jugendlichen aus Lindow und Umgebung davon abhalten ihren traditionellen Jugendkreuzweg zu gehen. Wie seit 19 Jahren Brauch verlief der Gedenkmarsch für die Leiden Christi quer durch die Drei-Seen-Stadt. An sechs zentralen Punkten, darunter das Kloster, der Markt und der jüdische Friedhof, machten die Jugendlichen für eine kurze Andacht Halt. Ausgangspunkt war die katholische Kirche am Wutzsee. Dort begrüßte der katholische Pastor Bernhard Illmann die etwa 50 Teilnehmer. „Es gab nur eine handvoll Leute, die Jesus auf seinem Weg begleiteten. Wir wollen heute diese wenigen sein.“, versprach Illmann. Zusammen mit einigen katholischen Jugendlichen gestaltete er die erste Station, an der unter anderem eines der vier Bilder des diesjährigen Kreuzweges vorgestellt wurde. Gemalt hat die Bilder Hetty Krist, eine Frankfurter Künstlerin. Sie versuchte durch Leidensmotive unserer Zeit, das Leiden Christi verständlicher zu machen. Von der katholischen Kirche aus wurde das Kreuz zum Kloster getragen. Nach dem Spiel des Lindower Flötenkreises unter Leitung von Kantorin Karin Baum begann es zu regnen. Im Schutz des Klosters hielten deshalb sowohl die Konfirmanden aus Lindow, als auch ihre Freunde aus Gransee ihre Andachten. Mit Anspielen, Musik und Gebeten gelang es Ihnen nicht nur die Teilnehmer in eine nachdenkliche Stimmung zu versetzen, sie konnten sogar den Regen vertreiben. Vorbei am Gedenkstein für den Todesmarsch, ging es geradewegs zum Markt. Hier zeigten die Konfirmanden aus Gutengerbendorf wie schwierig das Leben von Obdachlosen und Drogenabhängigen ist. Auch diese Station war mit viel Mühe vorbereitet worden. Nach den Andachten am jüdischen Friedhof und am Kriegerdenkmal fand der Kreuzweg in der evangelischen Stadtkirche seinen Ausklang. Hier konnten die Teilnehmer nicht nur die neuen Kirchenfenster bestaunen, sondern erlebten auch die Andacht der evangelischen Jungen Gemeinde unter Leitung von Gemeindepädagoge Dirk Bock. Die Jugendlichen spielten ein Gespräch zwischen zwei Verbrechern vor, die mit Jesus gekreuzigt worden waren, konnten jedoch vor allem mit ihrer Abschlussmeditation die Anwesenden mitreißen. Das Thema dieser Meditation war die Rose als Symbol für Jesus Christus. Der Text, den einer der Jugendlichen selbst verfasst hatte, wurde von Anne Henning vorgetragen. Am Ende rief sie die Teilnehmer dazu auf nach vorne zu kommen und selbst eine Rose ans Kreuz zu stecken. Anders als die Symbole, mit denen das Kreuz an den vorherigen Stationen geschmückt worden war, darunter Seile und eine Dornenkrone, sollten diese Rosen nicht nur vom Leid Christi künden. „Vielmehr geht es um die Hoffnung, die uns die Geschichte des Kreuzwegs trotz aller Schmerzen aufzeigt. So wie die Rose, trotz all ihrer Dornen immer eine der schönsten Blumen bleiben wird.“ erklärte Dirk Bock. Zufrieden mit dem Erfolg des diesjährigen Kreuzweges lud er alle Teilnehmer zu einem kleinen Imbiss in die Jugendscheune ein. Hier konnte man dann noch den Abend ausklingen lassen.


Thema: Zeitzeugengespräch

Ein Junggebliebener unter Jugendlichen
Der 100-jährige Ewald Zeidler war
zu Gast in der Jungen Gemeinde Lindow
MAZ vom 15.06.06/Autor: Stefan Noack

Am Dienstagabend hatte die Junge Gemeinde Lindow einen Gast: den lOO-jährigen Ewald Zeidler aus Lindow. Der sympathische alte Herr erzählte mehr als eine Stunde lang aus seinem Leben. "Wann trifft man schon mal auf einen Hundertjährigen?", schwärmte Dirk Bock. Der Lindower Katechet hatte die Idee für den Abend. "Wir waren im vergangenen Jahr zum Weihnachtssingen bei Herrn Zeidler und die Jugendlichen schlossen ihn sofort ins Herz." In gemütlicher Runde gingen die zehn jungen Christen auf eine Zeitreise. Ausgangspunkt war das preußische Posen um 1915. "Dort lebte ich mit meinen Eltern", erklärte Zeidler. Nachdem die Stadt polnisch wurde, zog die Familie nach Braunschweig. Dort begann Zeidler eine Schlosserlehre. "Da fanden sie sicherlich auch eine Freundin", mutmaßte Dirk Bock. "Dazu war keine Zeit", gab Zeidler schulterzuckend zu. Der Eisenbahnbau brachte ihn nach Lindow. Zeidler heiratete, gründete eine Familie."Und wie erlebten Sie den Krieg?", wollten die Jugendlichen wissen. Er kam als Funker nach Norwegen. 1945 geriet Zeidler in Gefangenschaft. "Glücklicherweise suchten die Franzosen Köche und ich meldete mich. Ich konnte zwar nicht wirklich kochen, aber es war eine Gelegenheit. " Später floh Zeidler aus der französischen Besatzungszone zurück nach Lindow. "Wie haben Sie es geschafft, so fit zu bleiben?", wollten die Jugendlichen wissen. Darauf wusste der alte Herr keine Antwort. Mit einem Abschiedslied und einer Flasche Kräuterlikör bedankten sich die jungen Christen bei ihrem Gast: "Davon trinken sie jeden Tag einen Schluck und wenn die Flasche leer ist, dann kommen Sie uns wieder besuchen. "


Thema: Die Liedertour in der Jugendscheune

Ein musikalischer Schmelztigel
Stilvielfalt überzeugte Besucher der Lindower Liedertour
MAZ vom 28.08.06/Autor: Stefan Noack

Am vergangenen Freitag trafen sich im Gemeindehaus der Stadt Lindow über 60 Musikliebhaber zum diesjährigen Konzert der Liedertour. Star des Abends war kein geringerer als der bekannte Autor und Liedermacher Manfred Maurenbrecher. Mit seiner rauchigen Stimme trug er zahlreiche selbst verfasste Lieder vor. Ob traurig oder lustig, alle überzeugten durch große Aussagekraft und viel Poesie. „Es ist schon erstaunlich wie nachdenklich man beim Zuhören wird“, erklärte Peter Gehler aus Wittstock. Er ist seit vielen Jahren ein Fan von Maurenbrecher und besitzt auch einige seiner Alben. „Da wollte ich es mir nicht nehmen lassen beim Konzert mit dabei zu sein“, erklärte der Frührentner. Auch die anderen Künstler des Abends gefielen Gehler sehr gut. Darunter die Gruppe ‚Re. Vision’. Diese setzte neben rockigen Folksongs vor allem auf ihre hübsche Frontfrau. Die junge Dame sang so mitreißend, dass selbst Organisator Dirk Bock hin und weg war. „Glauben sie mir“, erklärte der Lindower Gemeindepädagoge, „Ich treffe immer wieder auf erstaunte Besucher, die nicht glauben wollen, dass so etwas tolles wie die Liedertour in unserem kleinen Ort stattfindet“ Ein einmaliges Projekt ist die Tour auf jeden Fall. Schließlich holt sie Musiker verschiedener Genres für einen Abend auf die selbe Bühne. Musiker wie die Jazz-Künstler Crazy Cranach & Jan Fritsch. Sie ließen den rockigen Melodien ihrer Vorgänger elegantere Töne folgen. Die Lindower nahmen den Stilwechsel gelassen auf. Bei Bratwurst und preiswerten Getränken ließen sie sich an diesem Abend von nichts verwirren. Den Abschluss des Konzertes gestalteten die ‚Road Brothers’ Alexander Bäwich und Hardy Scheise. „Diese beiden Sachsen haben wir nach der großen Oderflut von der Straße aufgelesen“, scherzte einer ihrer Kollegen. Da waren die beiden Musiker aber schon bereit das erste Lied zu spielen: Den Johnny Cash-Song „Walking the line“. Mit ihren Cowboyhüten ließen sie dabei echte Wild-West-Stimmung aufkommen. Zum Ende kamen dann alle Künstler des Abends noch einmal auf die Bühne und spielten zusammen. Es war ein außergewöhnlicher Abschluss. Das fand auch Christian Floss. Der Psychologiestudent ist zur Zeit Praktikant in der Lindower Salusklinik und erfuhr durch einen Kollegen vom Konzert der Liedertour. „Ich wusste vorher nicht auf was ich mich da einlasse. Es war wirklich etwas einmaliges“


Thema: Weihnachtssingen der Lindower JG

Ein ergreifendes Ständchen
Junge Gemeinde sang gestern für die, die nicht mehr laufen können
MAZ vom 20.12.06/Autor: Celina Aniol



Schnellen Schrittes zieht die junge Truppe in einer besonderen Adventsmission von einer Ecke Lindows zur nächsten. Ein gelbes Büchlein in der Hand, einen Schlager auf den Lippen. "Alle Jahre wieder" heißt die Hymne der sieben, mit der sie jeden Besuch anstimmen. Ihr Anführer, der Katechet Dirk Bock, hält den Masterplan. Darauf: 14 Adressen, die zu 14 Türen weisen, hinter denen Menschen leben, die aus ihren Wohnungen kaum noch herauskommen. Weil sie gebrechlich sind. Weil sie alt sind. Und weil sie einfach nicht mehr laufen können, kam die Weihnachtsstimmung gestern zu ihnen - überbracht von den Jungendlichen der Lindower Jungen Gemeinde. Von Franziska Mundt und Hanna Futterlieb, von Susanne Weger und Anne Henning, von Fabian Rindler und Stefan Noack, die jeden Einzelnen der älteren Lindower mit Weihnachtsliedern und einem kleinen Geschenk bedachten. Jetzt stehen sie vor einem Haus in der Friedensstraße. Dirk Bock klingelt und klingelt. Klingelt vergeblich. Auch das Klopfen ans Fenster, hinter dem ein schwaches Licht zu erkennen ist - Dirk Bock scheut bei dieser Mission nichts -, hilft kein bisschen. Die Tür bleibt zu. Die Jugendlichen wollen schon aufgeben, bis endlich ein Frauenkopf aus einer oberen Etage zu sehen ist. Die Nachbarin macht die Tür auf und lässt die Weihnachtssänger zu Annie Buschbeck vor. Die ältere Dame hat das Klingeln einfach nicht gehört. Jetzt freut sie sich dafür tausendfach - man sieht es in jeder einzelnen Falte ihres lebenserfahrenen Gesichts. Sie summt bei jedem Lied mit und verköstigt die Sänger mit Schokoladenkugeln. Bei Clara Ugowski müssen sie nicht klopfen. Dort sind sie angesagt. Die Schwiegertochter führt sie in die Wohnung der 103-Jährigen. Auch hier: einfach nur Strahlen. "Wie geht es Ihnen?", will Dirk Bock wissen. "Wie es den alten Leuten so geht", antwortet Clara Ugowski schlagkräftig. Und ebenso schlagkräftig singt sie mit, die zierliche alte Dame. Ein ergreifender Anblick, der die Jugendlichen für ihre Mühe mehr als entschädigt. Denn am Ende, wenn sie stundenlang gelaufen sind, hundertfach geklingelt und gesungen haben, stellt sich ein richtiges Weihnachtsgefühl ein.


Thema: Patenkind / Gemeindefest

Junge Paten für Hiermiela
Die Lindower Gemeinde feiert
und spendet für äthiopisches Mädchen
MAZ vom 17.09.07/Autor: Judith Voigt

Hiermiela hat Glück gehabt. Das kleine Mädchen aus Äthiopien darf bald zur Schule gehen und hat eine Chance auf ein gutes Leben. Ermöglicht haben ihr das die Jugendlichen der Jungen Gemeinde in Lindow, denn sie haben eine Patenschaft für Hiermiela übernommen. Um die monatlichen Beiträge, die sie dem fünfjährigen Mädchen überweisen wollen, zusammen zu kriegen, haben sie das Gemeindefest am Sonnabend genutzt. Dort luden sie zum Glücksradspielen ein. "Die Idee zur Patenschaft hatten wir alle zusammen", sagte Isabell (15 Jahre alt), die mit ihrer Freundin Stephanie (14 Jahre alt) das Glücksrad betreute. Erst in der vergangenen Woche haben die Jugendlichen erfahren, dass es Hiermiela sein wird, die sie finanziell unterstützen werden. Sofort begannen alle, über Ideen zum Geldeintreiben nachzudenken. Da kam das Gemeindefest wie gerufen. Doch bevor es dann ans Sammeln für den guten Zweck gehen konnte, lauschten die Mitglieder der Jungen Gemeinde erstmal zusammen mit mehr als 100 anderen dem Gottesdienst zum Fest. Und der war noch außergewöhnlicher, als die Gottesdienste in Lindow es eh schon immer sind. Der Gottesdienst war nicht nur lustig, sondern auch interaktiv. Nachdem der Chor den Nachmittag eingeleitet hatte, betraten zwei freche Wuschelköpfe die Bildfläche. Fridolin und Moritz, zwei Handpuppen, diskutierten über den Segen, Gottesdienst und Kirche im Allgemeinen. Von der war Fridolin nämlich gar nicht überzeugt. "Der Segen Gottes ist wie ein großer Hut, der vor allem schützt", erklärte Moritz leicht entnervt. "Ey, das ist cool, echt cool. Kirche ist cool", sagte zum Schluss der freche Fridolin, gespielt vom Lindower Katecheten Dirk Bock. Der Lindower Pfarrer Holger Baum erklärte dann anschaulich, was ein Segen ist. Dafür musste sein Sohn herhalten. Der wurde auf einen Stuhl gestellt und mit Kuscheltieren überhäuft. "Gesegnet sein ist, etwas zu bekommen und im Plus zu leben", sagte Holger Baum. Am Anfang fand der kleine Pfarrerssohn die Sache mit dem Segen auch ganz toll. Aber irgendwann waren ihm die Kuscheltiere dann doch zu viel. "Das kann schon passieren, dass man einen Segen, den man bekommen hat, weitergeben will", sagte Holger Baum. Das soll man auch ruhig machen, andere brauchen schließlich auch mal einen Segen. Am Ende des Gottesdienstes war die Gemeinde selbst dran: Die Kinder in der Kirche verteilten blaue Tücher, Dirk Bock spielte auf der Gitarre und sang dazu: "Der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf." Die Gemeinde musste dazu die Hände mit den Bändern in die Luft recken, nach rechts und nach links schaukeln. Nach dem Gottesdienst gab es auf dem Hof des Gemeindehauses Kaffee, Kinder konnten sich von Kathleen Voß schminken lassen, Dart oder Fußball spielen.


Thema: Konzert der Liedertour

Musikalisches Heimspiel in der Jugendscheune
Die Liedertour machte zum 14. Mal Station in Lindow
Drei Bands begeisterten mit Country- und Folkmusik
MAZ vom 07.07.08/Autor: Lisa Kittler

Ganz gemütlich ist es trotz des schlechten Wetters am Freitagabend in der Jugendscheune in Lindow. Der Organisator Dirk Bock hatte vorsorglich eine riesige Regenplane über den Innenhof gespannt. „Wir haben jedes Jahr schlechtes Wetter, wenn die Bands kommen. Egal, welchen Sommermonat wir uns aussuchen“, sagt er. Der Katechist und Kreisjugendwart hatte die Liedertour zum 14. Mal nach Lindow geholt. Die Liedertour wurde 1991 von Frank Oberhof gegründet. In ihr schlossen sich junge und etablierte Musiker – Liedermacher, Chanson-Interpreten, Singer/Songwriter, Rockpoeten, Solisten und Ensembles – zusammen. Sie reisen jedes Jahr im Sommer ein paar Wochen durch Deutschland und spielen in immer wechselnden Zusammensetzungen in verschiedenen Orten. „Es ist uns dabei wichtig, die Bandbreite der stilistischen Unterschiede in der Musik dem Publikum näher zu bringen“, sagt der Beamte Frank Oberhof, der seine Musik als Hobby betreiben kann. „Kommerzielle Musik müssen wir ein Glück nicht spielen, da wir von dieser Tour nicht leben müssen“. Die Musiker bekommen nur Kost und Logis, können aber viel Zeit mit Gleichgesinnten verbringen. Dabei entstehen neue Lieder und manchmal auch neue Bandzusammensetzungen. Nicht nur unter den besuchten Städten, sondern auch unter den Musikern erfreut sich die Liedertour wachsender Beliebtheit: „Es melden sich jedes Jahr mehr Musiker an, als ich in der Tour unterbringen kann“, so Oberhof. 20 Städte liegen dieses Jahr auf der Liedertourroute. Die erste Station war Lindow. In der Jugendscheune traten die „Road Brothers“, „Las Mananitas“ und die „Revision“ auf. Alle drei Bands kommen aus dem Leipziger Umland und sind dort schon musikalische Größen. Den Anfang machten die „Road Brothers“. Sie überzeugten mit ihrer gekonnten Mischung aus Eigen- und Fremdmaterial. Neben ihren eigenen Songs interpretieren sie zum Beispiel Johnny Cash. Die drei Cowboys versetzten die Zuhörer in den Wilden Westen. Bei der leidenschaftlichen Folk-und Countrymusik fühlte man sich wie in einem Saloon. Mit Frank Oberhof am Akkordeon folgte „Revision“. Sie führten mit den Liedern „Seven Days“ und „Million Dollar Party“ durch die Geschichte ihres Idols Bob Dylan. Zum Schluss überraschte die Band das Publikum mit richtig urigem Irish-Folk. Die Zugabe-Rufe mussten leider unerfüllt bleiben, denn „Las Mananitas“ wollten die Bühne übernehmen. Die deutschsingenden Leipziger wurden 2003 im Haus Leipzig auch von der IG Pop zur „Band des Jahres“ gekürt. Mit mexikanischen Countrysongs und kritischen Texten animierten sie das Publikum zum Johlen und Pfeifen. Obwohl sich die Musiker am nächsten Morgen wieder aufmachen mussten – ihre nächste Station lag in Thüringen – wurde bis spät in die Nacht gefeiert.


Thema: Krippenspiel

Finale bei Musik und Kerzenschein
Bejubeltes Krippenspiel in Lindow
MAZ vom 27.12.10/Autor: Stefan Noack

Alle Jahre wieder steht am Heiligen Abend der Kirchbesuch an. Für die Besucher der Lindower Kirche ist der Festgottesdienst ein jährlich wiederkehrendes Vergnügen. Dort freut man sich am Heiligen Abend auf das Krippenspiel der Jungen Gemeinde, das zwar Tradition hat, aber immer wieder neu und frisch ist. „Man ist da nie vor einer Überraschung sicher“, sagt Gemeindepädagoge Dirk Bock, der mit den Krippenspielen vor fast 25 Jahren begann. In Lindow wird nicht nur die bekannte Geschichte aus dem Lukas-Evangelium in Szene gesetzt. Höhepunkt des Krippenspiels ist vielmehr die Rahmenhandlung, die sich die Jugendlichen seit mehreren Jahren selbst ausdenken. Diesmal stand Josef im Mittelpunkt. Im Rückblick erzählte er seinem Sohn Jesus die Geschichte seiner Geburt.Idee und Text zum Krippenspiel stammten zum zweiten Mal in Folge von Natalie Baldin (16). „Sie hat uns in der Jungen Gemeinde drei Konzepte vorgestellt und wir durften dann abstimmen“, sagt Dirk Bock. Im November lag das Skript vor. Kurz darauf begannen die Proben. An manchen Abenden wurde so lange geübt, dass zu später Stunde besorgte Mütter an die Kirchentüren pochten, um nach dem Rechten zu sehen.Die Anspannung am Heiligen Abend war erwartungsgemäß groß. Ein Problem mit den Mikrofonen ließ die Jugendlichen für einen Moment zittern, doch Glasermeister Gerhard Haehnel, der Technikexperte der Jungen Gemeinde, stand zur Rettung bereit. Dann ging es Schlag auf Schlag. Maria, die Hirten, die drei Weisen, Kaiser Augustus und König Herodes – alle wichtigen Figuren tauchten auf, um den Lindowern ihre Geschichte zu erzählen. Nach einem emotionalen Finale bei Musik und Kerzenlicht, bedankte sich die versammelte Gemeinde mit donnerndem Applaus. Das Klatschen in der Kirche gehört in Lindow mittlerweile zum guten Ton. Dass damit eigentlich Traditionen gebrochen werden, stört dank der Jungen Gemeinde eigentlich niemanden mehr.





Applaus im Gotteshaus
RA vom 27.12.10/Autor: CDA

Tradition und Weihnachten – das gehört einfach zusammen wie der Rotkohl zur Ente oder die Würstchen zum Kartoffelsalat. Auch in Lindow pflegt man traditionelle Gewohnheiten. Seit 25 Jahren führt die Junge Gemeinde an Heiligabend ein Krippenspiel auf. Mit großem Erfolg: Auch anno 2010 pendelten vor der Bescherung im Familienkreis mehr als 500 Menschen aus der Drei-Seen-Stadt in ihre Kirche, um dem Schauspiel beizuwohnen. Gemeinde-Katechet Dirk Bock sprach von „einer tollen Aufführung in liebevoller Atmosphäre“. Dafür hatten die 16 Jungen und Mädchen, die am Krippenspiel mitwirkten, auch fleißig geübt. „Sie haben großen Aufwand betrieben. Dafür möchte ich mich auch ganz offiziell bedanken“, sagte Bock. Begleitet von aufwendigen Licht- und Musikeffekten, für die Techniker Gerhard Haehnel verantwortlich zeichnete, brachten die Jugendlichen eine selbst geschriebene Geschichte auf die Bühne. Handlung: Ein junger Jesus fragt seinen Vater Joseph nach der Geschichte seiner Geburt. Geschrieben worden war die Story von Nathalie Baldin, die kürzlich mit der Aufführung des Martins-Musicals ihre Regie-Premiere gefeiert hatte. In den Jahren zuvor war es Dirk Bock gewesen, der die Aufführung stets inszeniert hatte. „Mit Nathalie haben wir jetzt aber eine überaus talentierte junge Frau dafür gewonnen, so dass ich mich beruhigt ein wenig zurückziehen kann“, lobte der Katechet die 16-Jährige, deren Stück auch bei den Zuschauern Eindruck hinterließ – mal ganz abgesehen von den jüngsten Drei-Seen-Städtern, für die Plätze in der ersten Reihe „reserviert“ worden waren.„Normalerweise ist es ja unüblich, dass in einer Kirche geklatscht wird“, bilanzierte Bock. „Nach einer solch tollen Aufführung kann man aber schon eine Ausnahme machen“, fügte der Katechet an. Und so gab es nach Beendigung der Aufführung lang anhaltenden Applaus im Gotteshaus.