Lindow ist eine Kleinstadt im Ruppiner Land mit ca. 2750
Einwohnern. Seit 1991 gabt es keinen eigenen Jugendclub mehr .
Kommunale Jugendarbeit fandt nicht statt. Die Jugendarbeit in Lindow bedurfte
grundsätzlich einer Gesamtkonzeption. Dass Jugendarbeit in Lindow dringend
nötig war, zeigte ein Blick auf die Situation im Ort: Es gab einen großen Anteil
von Jugendlichen, die sich von den gesellschaftlichen Gruppen allein gelassen
fühlten. Die Freizeit verbrachten sie zum großen Teil auf dem Marktplatz. Mehr und mehr
machte sich rechtes Gedankengut breit. Für Jugendliche gab es außer den
Angeboten der Vereine (Sport und Feuerwehr) nur Angebote der kirchlichen
Jugendarbeit. Diese wurden sehr gut angenommen. Es existierte eine "Junge
Gemeinde" mit 20 bis 25 Mitgliedernn. Sie trafen sich regelmäßig, einmal in der
Woche. Zusätzlich unternahmen die Jugendlichen gemeinsame
Wochenendfahrten und längere Urlaubsfreizeiten. Es gründete sich sogar ein Jugendchor. Zu besonderen Veranstaltungen,
wie Konzerten, Jugendkreuzweg, Theaterveranstaltungen, Liedermacherabenden
und ergleichen kamen bis zu 100 Jugendliche aus Lindow zusammen. Geleitet wurde die
Arbeit von Dirk Bock, einem kirchlichen Mitarbeiter, der für die Kinder- und Jugendarbeit
angestellt war und immer noch ist. Unter den damaligenn räumlichen Voraussetzungen war die
Arbeit allerdings nicht mehr zu erweitern. Den Jugendlichen stand nur
ein Gemeinderaum im Kirchengemeindehaus zur Verfügung, der auch noch für die
Kinderarbeit und andere Veranstaltungen genutzt wurde. Es bestand nun der Wille
und die Bereitschaft, sowohl von kirchlicher Seite als auch von den Jugendlichen, diese Arbeit auszudehnen. Dazu sollte das folgende Projekt
dienen, das am 31. Oktober 1998 mit der Einweihung der Jugendscheune endete.
Um räumliche Möglichkeiten für eine Erweiterung der Jugendarbeit zu schaffen, bot sich eine Scheune mit einer Grundfläche von ca. 70 m² auf dem Hof des kirchlichen Gemeindehauses an. Es bestand ein eigener Zugang über den Hof - Versorgungsleitungen ließen sich vom Gemeindehaus aus anlegen. Zwei Räume zu je 25 m² zuzüglich einer kleinen Küche und Toiletten konnten vom Platz her eingerichtet werden. Das Dach war frisch gedeckt worden. Jedoch mussten neue Fenster, Türen und eine Zwischendecke eingezogen und Zwischenwände entfernt oder verändert werden. Für die Fußböden waren Bodenfliesen vorgesehen. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf rund 75.000 DM. Die Jugendlichen erbrachten davon 30.000 DM an Eigenleistungen. Dass sie dies tun wollen, bewiesen sie bereits bei der Sanierung des Daches. Dabei wurden ca. 100 - 120 Arbeitsstunden geleistet.

Die Kirchengemeinde stellte die Scheune für den mietfrei zur
Verfügung. Sowohl der vordere Teil
des Hofes, als auch der Dachboden der Scheune konnten nach Bedarf mit in
eine Nutzungskonzeption einbezogen werden.Geplant war den Ausbau soweit wie möglich in Eigenleistung auszuführen. Dahinter
stand der Gedanke und die Erfahrung, dass die Jugendlichen nicht nur "etwas
geboten" bekommen sollten, sondern sich auch selbst engagieren müssten, um etwas
zu erreichen. Zum Zweiten wollte man neben einer verständlichen Kostensenkung auch erreichen, dass sich die Jugendlichen mit ihrem "Jugendzentrum" identifizierten.


Die Salusklinik spendete überflüssiges Baumaterial im Werte von 40.000 DM. Eine Einbauküche wurde von unserer Partnergemeinde Sötern
gestellt. Rechtsanwalt Hans-Georg Rieger übernahmt eine Patenschaft.
Er richtete einen monatlichen Dauerauftrag ein.Das Geschaffene wurde von einem Fachmann auf einen Wert von mindestens 250 000 DM geschätzt. Eine großartige Leistung, sowohl der Jugendlichen als auch der Sponsoren.